• Gears of War 4 - Eindrücke eines Serien-Neulings

    Endlich ist es soweit: Der neueste Ableger der Gears-of-War-Reihe öffnet die virtuellen Tore zur Hölle und ich sitze vor meinem Laptop, schaue mir Spielszenen auf YouTube an und denke mir: Finden Gamer das unterhaltsam? Männer, die aussehen wie Pitbulls auf Steroiden, schießen und sägen sich durch Horden an Monstern… immer und immer wieder? Da ich zuvor noch nie mit der GoW-Serie in Berührung kam, wollte ich es auf einen Versuch ankommen lassen, zumal uns Microsoft netterweise ein Exemplar zu Testzwecken hat zukommen lassen.

    In den nächsten Zeilen möchte ich euch meine Eindrücke zum Spiel schildern, die ihr jedoch nicht als Test verstehen solltet. Um diesen kümmert sich der gute Tassilo, der mit der Serie mehr Erfahrung sammeln konnte. Vielmehr geht es um die Wirkung des Spiels auf einen Neuling wie mich. Einige wenige Orte und Events aus dem ersten Kapitel der Kampagne werden beschrieben, daher: Spoiler-Alarm!

    Quelle: Microsoft

    Nach einer halbstündigen Installation inklusive dem Download von 11GB zusätzlicher Daten aus den weiten des Internets kann ich loslegen und bin vom Intro des Spiels durchaus angetan. Ereignisse, die wohl aus den Vorgängern stammen, werden erläutert und dienen in Form kurzer Gameplayabschnitte als wuchtig inszeniertes Tutorial. Schon hier wird mir klar: Gears of War 4 geizt weder mit Gewalt, noch mit Bombast oder Pathos.


    Ich setze also meinen Avatar in Bewegung und stelle schockiert fest, dass die Bewegungssteuerung völlig veraltet wirkt. Warum kann ich beim Rennen keine scharfen kurven laufen? Warum kann ich Deckungen nur dann überspringen, wenn ich mich entweder erst dahinter verschanze oder darauf zu renne und gleichzeitig B drücke? Ich weiß, dass die Bewegungssteuerung seit dem ersten Teil der Gears-Reihe sich nicht verändert hat, und dass Fans diese scheinbar schätzen. Ich musste mich im Laufe der Kampagne erst daran gewöhnen, wurde aber nie wirklich warm damit.

    Endlich geht der erste von fünf Akten der Kampagne los, in dem die Hauptfiguren vorgestellt werden, die mir erstaunlich sympathisch sind. Der Held der Geschichte, JD (nein, nicht der aus Scrubs), wirkt zwar etwas gefühlsarm und kalt, doch können er und seine Begleiter durch überraschende Emotionen und eine ordentliche Prise Witz den Alltag eines Profischnetzlers auflockern. Beeindruckt war ich auch von der Kulisse! Im ersten Akt verschlägt es mich in eine Siedlung, die mich immer wieder an die Filmreihe Die Tribute von Panem erinnert hat. Um ehrlich zu sein hatte ich erwartet, dass Gears of War 4 mit etwas weniger Farben auskommen würde und ich mich durch die immer gleiche Szenerie ballern müsste. Die Kampagne konnte mich dann aber doch eines Besseren belehren, und ich war mehr als beeindruckt von der Vielfalt und dem Detailgrad der besuchten Gegenden.

    Quelle: Screenshot

    Gegen Ende des zweiten Akts muss ich feststellen, dass ich im Grunde immer nach dem gleichen Schema vorgehen muss. Ich bewege mich durch schlauchartige Abschnitte in eine Arena, ballere mich durch jede Welle, die mir vorgesetzt wird, und sehe mir gelegentlich als Belohnung eine Zwischensequenz an. Das wirkte im ersten Moment ernüchternd, doch auch hier konnte mich das Spiel immer wieder überraschen. Das repetitive Leveldesign wird durch einige überraschende, auf kurze Abschnitte begrenzte Gameplayelemente aufgelockert, die ich euch hier auf keinen Fall spoilern möchte.

    Ich metzele mich immer tiefer in feindliches Gebiet, schließlich will ich den sogenannten Schwarm, eine Horde an mehr oder minder intelligenten Monstern, ein für alle Mal besiegen. Wer sonst sollte es tun? Die Erzählung nimmt bis etwa zu ihrer Mitte immer mehr an Fahrt auf, bleibt dann auf stetig hohem Niveau mit einen kleineren und größeren Highlights und führt mich zu einem letztlich etwas vorhersehbaren aber zufrieden stellenden Ende. Insgesamt hat mich die Kampagne positiv überrascht! Ich war anfangs mehr als skeptisch, ob mich die Gewaltexzesse bis zum Schluss unterhalten würden und wurde eines besseren belehrt.

    Quelle: Screenshot

    Nun standen aber immer noch die verschiedenen Onlinemodi aus: Hier muss ich direkt zugeben: Ich habe in den kompetitiv ausgerichteten Spielmodi kein Land gesehen - und mit „kein Land“ meine wirklich gar keines. Ich stürze mich einige Male in die Schlacht gegen echte Spieler am anderen Ende der Welt und gehe doch meistens als Verlierer aus dem Ring. Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass es mich nicht ordentlich frustriert hat. Aber hey, es gibt ja noch den weit und breit angepriesenen Horde-3.0-Modus. Hier konnte ich endlich glänzen!

    Horde 3.0 hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Verteidigung eines selbst festgelegten Punktes mit bis zu fünf Spielern und einigen Tower-Defense-Elementen hat mir mehrfach den Puls in die Höhe getrieben: Mein vierköpfiges Team und ich waren bereits bei Welle 47 von 50 und gefühlt bereits zwei Stunden in dieser Sitzung. Die Lage wirkte aussichtslos. Zwei Gears waren tot und die Gegner stürmten weiter auf uns zu. Mein (noch) lebendiger Kumpane und ich verschanzen uns also hinter unserer letzten Chance, den befestigten Geschütztürmen. Zusammen mit den vollautomatischen Geschützen mähen wir einen Gegner nach dem anderen nieder und schaffen es so, mit den letzten Überresten an Munition die Welle erfolgreich abzuschließen. Ich kann mir gut vorstellen, dass mich dieser Modus vor allem beim gemeinsamen Spielen mit Freunden lange bei der Stange halten kann.

    Insgesamt muss ich sagen, dass mich Gears of War 4 im Horde-Modus und der fantastisch inszenierten Kampagne immer wieder überrascht und begeistert hat. Ich bin mit einem eher flauen Gefühl im Magen an Gears of War 4 herangetreten und fühlte mich letztlich immer wieder wie Stallone in seiner Rolle als Rambo. Mehr als löblich ist natürlich die Möglichkeit, jeden Modus des Spiels im Koop mit Freunden auf der Couch zu genießen. Nun heißt es, auch die älteren Ableger der Reihe nachzuholen, schließlich liegen jeder Kopie des Spiels kostenlose Downloadcodes bei. Großes Lob hierfür an Microsoft!
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    Kommentare 10 Kommentare
    1. Avatar von Ch.R.iS
      Ch.R.iS -
      Klingt sehr gut. Habe damit auch noch keine Erfahrungen und bin ziemlich angefixt. mal sehen, wann es den weg zu mir findet.

      "Gegen ende des zweiten akts...." Da is nen fehler drinne. "doch auch hier hat konnte mich das Spiel immer wieder überraschen. "

      Sonst super geschrieben. Weiter so.
    1. Avatar von Predator X
      Predator X -
      Dass die Steuerung nicht angepasst wurde und sehr hakelig ist, finde ich auch etwas doof, aber das gehört eben irgendwie zu GoW und ein System wie in Division hätte das gesamte Gampelay, vor allem im PvP, zu gravierend verändert.

      Blöd finde ich aber auch, dass man im Vergleich zu Teil 3 auf zu viele Dinge verzichtet hat, die meiner Meinung nach förderlich für die Community um das Spiel herum gewesen sind.

      Angefangen beim Kampagnen-Koop, der nur zu zweit geht, obwohl immer drei Typen anwesend sind. Viel schlimmer finde ich aber, dass es keine "Arcade"-Kampagne oder diese Orden mehr gibt, für die man echt krasse Sachen leisten musste - in GoW 4 habe ich keinerlei Nutzen mehr darn die Kampagne mehr als zweimal durchzuspielen, nämlich auf Insane einmal Solo und einmal im Koop.

      -> Sehr ärgerlich für Leute, die das Spiel später kaufen, weil dann kaum noch einer die Kampagne zocken wird.
    1. Avatar von Michi2801
      Michi2801 -
      Zitat Zitat von Ch.R.iS Beitrag anzeigen
      Klingt sehr gut. Habe damit auch noch keine Erfahrungen und bin ziemlich angefixt. mal sehen, wann es den weg zu mir findet.

      "Gegen ende des zweiten akts...." Da is nen fehler drinne. "doch auch hier hat konnte mich das Spiel immer wieder überraschen. "

      Sonst super geschrieben. Weiter so.
      Upsi, danke für den Hinweis! Wird sofort korrigiert
    1. Avatar von Sil3ntJul86
      Sil3ntJul86 -
      Zitat Zitat von Predator X Beitrag anzeigen

      -> Sehr ärgerlich für Leute, die das Spiel später kaufen, weil dann kaum noch einer die Kampagne zocken wird.
      Totaler Quatsch!
      Ich kann aus Erfahrung sprechen, dass du selbst noch bei Gears 1 und 2 Koop Partner in der Suche findest. Und da gab es auch nicht diesen Arcade-Mode. In der Gears Community kam dieser ebenfalls nicht soooo gut weg. Alles hat seine Für und Gegensprecher. Dazu gehört auch der Beast-Mode. Ich habe ihn gerne gespielt und es gab zig Leute, die über ein Beast 2.0 sehr glücklich gewesen wären! Aber er ist nunmal nicht vorhanden.

      Ich spiele seit Freitag das Game und bin bisher wirklich sehr angetan. Sei es Story (die ich nebenher spiele) oder MP. Alles ist stimmig. Lediglich die langen Wartezeiten um einem Spiel beizutreten nervt aktuell noch etwas!
    1. Avatar von semaphor34
      semaphor34 -
      Ich weiß nicht, warum man heutzutage bei Premiumgame die schlauchlevel so schlecht bewertet(ich weiß, der thread ist keine bewertung). Dieses Spiel ist so absichtlich so designed. Solche Kampagne soll ein Blockbustereffekt hervorrufen. Es ist eher ein erlebniskino. Und es war schon immer so, bei solchen mammuthaften Projekte. Aber seit Minecraft denken Gamer ein Spiel muss immer unendlich tief sein, damit man sich als Gamer definieren kann. Bei solchen darf man keine Minecraft gameplay erwarten. Dafür aber enorme die Kreationsarbeit, Music und Soundgestaltung, Details der Szenarien und die Geschichte und Darstellung. Dafür zahlt man für so ein spiel. Als Gamer muß man das wissen. Sonst ist die kritik mit schlauchlevel und gameplay einfach nicht gerecht. Ich bin froh, dass man solche Games noch finanziert werden. Denn sonst gibt es nur noch Produkte, die immer massentauglich sein müssen, aber nicht der preis. Dieser Beitrag soll auch kein angriff an threadersteller sein. 😉
    1. Avatar von Michi2801
      Michi2801 -
      Zitat Zitat von semaphor34 Beitrag anzeigen
      Ich weiß nicht, warum man heutzutage bei Premiumgame die schlauchlevel so schlecht bewertet(ich weiß, der thread ist keine bewertung). Dieses Spiel ist so absichtlich so designed. Solche Kampagne soll ein Blockbustereffekt hervorrufen. Es ist eher ein erlebniskino. Und es war schon immer so, bei solchen mammuthaften Projekte. Aber seit Minecraft denken Gamer ein Spiel muss immer unendlich tief sein, damit man sich als Gamer definieren kann. Bei solchen darf man keine Minecraft gameplay erwarten. Dafür aber enorme die Kreationsarbeit, Music und Soundgestaltung, Details der Szenarien und die Geschichte und Darstellung. Dafür zahlt man für so ein spiel. Als Gamer muß man das wissen. Sonst ist die kritik mit schlauchlevel und gameplay einfach nicht gerecht. Ich bin froh, dass man solche Games noch finanziert werden. Denn sonst gibt es nur noch Produkte, die immer massentauglich sein müssen, aber nicht der preis. Dieser Beitrag soll auch kein angriff an threadersteller sein. 
      Hi, danke für deine Kritik
      Ich hab mich nicht zwangsweise über die Schlauchlevel beschwert, sondern vielmehr darüber, dass das gleiche Schema beim Levelaufbau bis zum Schuss ohne Variation wiederholt wird. Und wie du sagst, geht es wohl eher um die Inszenierung des Ganzen und das macht das Spiel ja ohne Frage grandios.
    1. Avatar von Archie Medes
      Archie Medes -
      Ein Spiel wie GOW ohne Schlauchlevel funktioniert nicht. Bei Open World biste angeschissen.
    1. Avatar von semaphor34
      semaphor34 -
      Zitat Zitat von Michi2801 Beitrag anzeigen
      Hi, danke für deine Kritik
      Ich hab mich nicht zwangsweise über die Schlauchlevel beschwert, sondern vielmehr darüber, dass das gleiche Schema beim Levelaufbau bis zum Schuss ohne Variation wiederholt wird. Und wie du sagst, geht es wohl eher um die Inszenierung des Ganzen und das macht das Spiel ja ohne Frage grandios.

      Auch dir, ein großen Lob für den Beitrag. Das vergaß ich total zu erwähnen. 😉
    1. Avatar von KumbaYaMyLord
      KumbaYaMyLord -
      Single Player sieht ja mal so geil aus, brutal, ne 95% für mich bisher mit dem Gameplay. Hab das Game mal ausgeliehen übers Wochenende... cool das es noch RL Videotheken gibt! Thumbs up.
    1. Avatar von Iceman8312
      Iceman8312 -
      Nachdem mich manche XBox Exclusiven enttäuscht hatten (Halo 5, Quantum Break) muss ich hier sagen.

      Gears of War 4 ist ein Brett!

      Gute Story, geile Grafik, klasse Leveldesign, sehr gut umgesetze Charaktere, schöner Humor.

      Einfach nur klasse was hier abgeliefert wurde.
      Microsoft, bitte mehr solche Exclusiv Spiele! Top!