• Forza Horizon 3 - Test

    Im Strandbuggy durch den Dschungel Australiens heizen, im Rennen gegen einen Jeep, der an einem Militärhubschrauber festgekettet wurde?! Klingt unlogisch? Ist es auch! Gleichzeitig ist es aber unheimlich spaßig, wie auch der Rest von Forza Horizon 3, das am heutigen Dienstag endlich für alle Käufer das Licht der Welt erblickt. Kann die Vollversion des Arcade Racers den sehr guten Eindruck aus unserer Vorschau bestätigen? Ihr erfahrt es in unserem Test ​der Xbox-One-Fassung.

    Bildquelle: Microsoft

    Rennsport quer durch Australien

    Im neusten Ableger der Forza-Horizon-Reihe verschlägt es euch nach Australien, das eine weitaus vielseitigere Landschaft bietet als die südwesteuropäischen Weiten aus Forza Horizon 2. Während ihr im Prolog bereits am Steuer eines Lamborghini durch dicht bewachsene Regenwälder heizt, eröffnet euch das Spiel in den ersten Stunden das australische Outback, eine Großstadt sowie sonnengeflutete Strandabschnitte. Diese könnt ihr mit eurem Wunschboliden frei erkunden, denn wie schon in den Vorgängern steht euch eine völlig offene Welt zur Verfügung, in der ihr auch Abseits der Strecke die Schönheit von Down Under bewundern könnt.

    Dass ihr erstmals von der Rolle des Teilnehmers des Horizon Festivals in die des Leiters schlüpft, bringt einige frische Impulse ins Spiel. Zum einen könnt ihr aus zwölf vorgefertigten Avataren wählen, zum anderen hangelt ihr euch nicht mehr von Meisterschaft zu Meisterschaft, sondern sorgt dafür, stetig neue Fans für euer Festival zu gewinnen und dieses somit zu vergrößern. Anfangs eröffnet ihr nach und nach neue Festivalgelände in den unterschiedlichen Regionen der Karte, die ihr dann immer weiter vergrößern könnt.

    Wie ihr das tut, ist völlig euch überlassen: Alles was ihr macht, bringt euch letztlich neue Fans ein - und zu tun gibt es reichlich! Je größer euer Festival ist, desto mehr unentdeckte Strecken und PR-Stunts erscheinen auf eurer Karte. Um mehr Menschen für das Festival zu begeistern, könnt ihr entweder neue Strecken in Fan-Rennen erkunden, waghalsige Stunts vollziehen, neue Geschwindigkeitsrekorde an Blitzern aufstellen oder ganze Meisterschaften austragen. Wieder mit dabei ist die Löffelliste, die euch verschiedenste Aufgaben in vorgegebenen Rennwagen stellt.

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    Ein Festival ganz nach eurem Geschmack

    Wenn euch die schnell unüberschaubare Masse an möglichen Events überfordert, könnt ihr euch an ANNA richten, eureAutomatische Natürliche Navigations-Assistentin. Bei ihr handelt es sich um ein intelligentes Navigationssystem, das euch Vorschläge unterbreitet, was ihr als nächstes angehen könnt. Außerdem habt ihr erstmals in der Serie die Möglichkeit, Rennveranstaltungen exakt an eure Bedürfnisse anzupassen. Ihr wollt nicht mit einem 250PS starken Jeep das Sprintrennen durch den Regenwald angehen? Kein Problem, ändert einfach die Regeln und setzt euch ans Steuer eures 600PS-Sportwagens. Das Spiel passt gegnerische KI-Fahrer so an, dass ein faires Rennen dabei herauskommt.

    Schade ist, dass man keine eigenen Strecken festlegen, sondern nur die Rundenzahl, Tageszeit, Wetter sowie zugelassene Wagen beeinflussen kann. Bei den Löffellistenherausforderungen sieht dies hingegen anders aus. Hier könnt ihr neben den genannten Aspekten auch eine Strecke festlegen, wobei ihr lediglich den Start- und Zielpunkt bestimmt. Anschließend müsst ihr die Strecke selbst fahren, um eine Zielzeit vorzugeben, die andere Spieler versuchen können zu schlagen. Die von euch erstellten Herausforderungen könnt ihr online mit euren Freunden teilen und so ein für alle Mal bestimmen, wer der beste Rennfahrer ist.

    Für jedes Abgeschlossene Event erhaltet ihr Credits zum Erstehen neuer Autos, Erfahrungspunkte für Levelaufstiege sowie neue Fans, die ihr zum Ausbau eures Festivals benötigt. Wie schon in den Vorgängern dürft ihr bei jedem Levelaufstieg einen Wheelspin durchführen, bei dem ihr unterschiedliche Creditbelohnungen sowie teils seltene Sondereditionen von Wagen gewinnen könnt, die euch spezielle Boni wie Erfahrungsboosts einbringen.

    Durch waghalsige Sprünge, perfekte Überholmanöver oder längeres Fahren bei hoher Geschwindigkeit erhaltet ihr außerdem Fertigkeitspunkte, die ihr in verschiedenste Fähigkeiten oder Preise umwandeln könnt. Dies wirkt in Ansätzen wie die Charakterentwicklung in Rollenspielen, doch sind die freigeschalteten Perks selten von großem Einfluss auf das Spiel. In der Regel schaltet ihr lediglich Gewinnboni für Rennen, mehr Punkte in Fertigkeitsketten sowie direkte Belohnungen wie Credits oder Erfahrungspunkte frei.

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    Ab ans Steuer

    Im Spiel stehen mehr als 350 Autos zur Wahl, die ihr entweder regulär auf der Automesse erstehen, im Auktionshaus ersteigern, bei Wheelspins gewinnen oder in der Spielwelt finden könnt. Das Auktionshaus findet erstmals Einzug in einen Ableger der Forza-Horizon-Reihe und bietet euch die Möglichkeit, neben herkömmlichen Autos auch selten Wagen zu ver- und ersteigern, die es nur mit viel Glück zu gewinnen gibt. Außerdem gibt es zwölf in Australien versteckte Wagen, sogenannte Scheunenfunde, die ihr im Laufe des Spiels entdecken und restaurieren könnt.

    Alle Autos können vom Lack über die Reifen bis hin zum Motor und der Feineinstellung des Getriebes individuell an eure Bedürfnisse angepasst werden. Wenn ihr wenig Ahnung von Reifendruck, passender Getriebeeinstellung und Co. habt, könnt ihr von anderen Spielern veröffentlichte Upgrades und Tunings herunterladen und anwenden. Das spart eine Menge Zeit, die ihr in noch mehr verrückte Rennen investieren könnt.

    Apropos verrückte Rennen: Natürlich gibt es wie schon in den Vorgängern allerhand abgedrehte Schaurennen, bei denen ihr beispielsweise gegen einen Zug oder eine Gruppe Rennbote antretet. Diese bringen noch mehr Abwechslung in den ohnehin schon spannenden Rennfahreralltag und stellen eines der Highlights des Einzelspielermodus dar.

    Das Fahrgefühl ist unter anderem Dank der zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten bezüglich des Schwierigkeitsgrads das absolute Highlight des Spiels. Jeder Wagen fühlt sich auf der Straße einzigartig an und selbst Laien werden den Unterschied zwischen Front-, Heck- und Allradantrieb deutlich spüren. KI-Schwierigkeitsgrad, Fahrhilfen und Schadensmodell können angepasst werden, wobei ihr weniger Credits pro Rennen gewinnt, je mehr Hilfen aktiviert sind. So seid ihr stets gefordert, euer Können unter schwierigeren Bedingungen unter Beweis zu stellen.

    Eine weitere große Stärke des Spiels ist das unterschiedliche Fahrverhalten auf den verschiedenen Untergründen. Auf Asphalt steuern sich natürlich sportliche Wagen am besten, doch versagen diese schnell bei Rennen abseits der Straße. Hier könnt ihr euch erstmals auch ans virtuelle Steuer von Buggys klemmen, die gerade an Stränden und im Outback unverzichtbar sind. Insgesamt bringen die unterschiedlichen Autos in Kombination mit der Vielfalt an Strecken auf und abseits der Straßen Australiens eine Vielseitigkeit ins Spiel, die für Langzeitmotivation sorgt.

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    Grafikpracht und fette Motorensounds


    Aus technischer Sicht legt Forza Horizon 3 im Vergleich zum Vorgänger noch einmal eine Schippe drauf. Vor allem der unheimlich realistisch wirkende Himmel über Australien weiß auf ganzer Linie zu begeistern. Die dynamischen Wettereffekte inklusive vom Lack und der Windschutzscheibe abperlende Regentropfen sind gekonnt in Szene gesetzt und können bei jeder Veranstaltung für Überraschungen und zusätzliche Herausforderungen sorgen.

    Der grafische Detailgrad ist vor allem daher beeindruckend, da es sich bei Forza Horizon 3 um einen Open-World-Titel handelt. Neben der Grafik weiß auch der Sound zu überzeugen: Zwar klingen die Rennboliden nicht ganz so bissig wie in Sonys Exklusivracer-Konkurrenz DriveClub, doch wirken sie vor allem beim Spielen mit Kopfhörern realistisch und wuchtig zugleich. Für die musikalische Untermalung sorgen wieder unterschiedliche Radiosender, die je ein Musikgenre von Klassik über Rock bis hin zu Hip-Hop und Techno abdecken. Erstmals könnt ihr mithilfe von Groove Music auch eure eigene Musik im Spiel wiedergeben lassen.

    Den einzigen technische Wermutstropfen stellen zum Teil spät nachladende Objekte wie Bäume, Sträucher und Leitplanken sowie eine nicht perfekte Kantenglättung dar. Vor allem bei hohen Geschwindigkeiten auf Straßen mit Weitblick fällt bei genauem Hinsehen auf, dass immer wieder kleinere und größere Objekte plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Dies ist angesichts des Detailgrads sowie der grafischen Brillanz jedoch zu verschmerzen, zumal dies kaum auffällt, wenn man sich während einer Rennveranstaltung auf die Straße direkt vor sich konzentriert.

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    Onlineaction

    Im Onlinemodus könnt ihr erstmals neben allerhand kompetitiven Renn- und Spielveranstaltungen für bis zu zwölf Spieler auch die Kampagne des Spiels im Koop-Modus mit bis zu drei weiteren Fahrern angehen. Dabei erhalten alle Fortschritte für ihr eigenes Festival, sodass keinerlei Nachteile entstehen. Wie bereits aus den Vorgängern bekannt könnt ihr natürlich auch eine freie Fahrt mit Freunden bestreiten oder euch mit Fahrern aus der ganzen Welt messen.

    Dies geschieht in Meisterschaften, die stets aus vier Veranstaltungen bestehen. Am Ende gewinnt, wer die meisten Erfahrungspunkte gesammelt hat. Die Veranstaltungen können sowohl aus herkömmlichen Straßenrennen als auch aus Querfeldein-Rennen und Spielen wie "Infiziert" und einer Art Capture the Flag bestehen. Bei "Infiziert" bewegen sich bis zu zwölf Fahrer auf einer begrenzten Fläche, wobei einer als Infizierter startet, der durch das Rammen der anderen Fahrer diese in sein Team holt. Wer als letzter infiziert wird oder die meisten anderen Fahrer angesteckt hat, erhält die meisten Erfahrungspunkte.

    Aktuell läuft der Mehrspielerpart von Forza Horizon 3 leider mehr schlecht als recht. Ich habe teilweise mehr als zehn Versuche gebraucht, um überhaupt in eine Onlinelobby zu gelangen. Sollte es doch geklappt haben, kam es immer wieder vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde und ich die Meisterschaft so nicht beenden konnte. Das ist ärgerlich und muss definitiv verbessert werden. Abgesehen davon scheint die Verbindungsqualität vieler Fahrer so schlecht zu sein, dass sie während Rennveranstaltungen lediglich von links nach rechts über die Strecke hüpfen und so immer wieder vermeidbare Unfälle verursachen, die betroffene Fahrer weit im Feld zurückwerfen.


    Fazit

    Forza Horizon 3 ist durch die Einführung vieler kleiner Neuerungen trotz des Fokus auf Altbewährtes das absolute Rennspielhighlight auf Xbox One und PC. Eine Vielzahl an Autos, unterschiedliche Gebiete, dynamisches Wetter sowie die neu eingeführten Möglichkeiten zur Individualisierung des Spielerlebnisses machen es zu einem unheimlich spaßigen Rennspiels, das Realität zugunsten etlicher Stunden Spaß eintauscht. Der neuste Teil der Forza-Horizon-Reihe macht Rennsportfans zu Gamern und Gamer zu Rennsportfans und hat sich damit einen Platz in der ewigen Hall of Fame der Arcade Racer redlich verdient.

    Hier könnt ihr eure Meinung zu Forza Horizon 3 abliefern und mitdiskutieren!



    Wertung: 9
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