• [Angezockt] Assassin's Creed Syndicate

    Jedes Jahr grüßt Assassin's Creed, so ist es dieses Jahr auch, mit Assassin's Creed Syndicate geht es in eine neue Runde des Mordens.
    Dieses Jahr sind die Attentäter zu zweit und machen die englische Hauptstadt London zur Zeit der industriellen Revolution unsicher. Ob das Zwillingspaar Evie und Jacob Frye es schafft, an die glorreiche Assassin's Creed Zeit anzuknüpfen, die man seinerzeit mit Ezio Auditore erleben durfte, erfahrt Ihr in unserem Test zu Assassin's Creed.


    Industrielle Revolution in London:
    London, im Jahre 1868: Die industrielle Revolution ist in vollem Gange. Fabriken mit qualmenden Schornsteinen sprießen wie Pilze aus dem Boden, eine moderne Erfindung jagt die nächste. London ist das technische Epizentrum dieser Zeit, ein neues Zeitalter ist angebrochen.

    Trotzdem ist nicht alles rosig: Denn der dominierende Kapitalismus zeigt jedoch schnell seine hässliche Seite. Während sich die Unternehmer die Taschen vollstopfen, muss der normale Arbeiter für einen Hungerlohn und bei schlechten Bedingungen den Großteil des Tages schuften. Selbst Kinder bleiben davon nicht verschont. Zusätzlich reagiert in London eine immer mächtiger werdende Gang. Diese arbeitet im Namen von Crawford Starrik, welcher in Syndicate also euer größter Feind ist. Es wird also endlich Zeit einzugreifen!

    Die Hauptstadt Englands:
    Allerdings gilt auch in Syndicate wie in früheren Serienteilen: Das eigentliche Highlight ist die riesige, offene Metropole, eben eine Metropole wie London. Wir können die prächtige Innenstadt rund um Big Ben erkunden, auf die Kuppel der Kathedrale von St. Paul springen, mehrere Paläste erkunden und auf der Themse von Boot zu Boot hüpfen. Natürlich gibt es auch zahllose düstere Hinterhöfe, und teils sehr schöne Viertel am Stadtrand mit Fachwerkhäusern, sowie einige Tunnel- und Kanalsysteme. Ein großer Unterschied zum Paris aus dem letztjährigen ,,Unity‘‘ ist die in London teils gut sichtbare industrielle Revolution: Wir sind regelmäßig in Fabrikanlagen mit Dampfmaschinen unterwegs, überqueren immer wieder breite Gleisanlagen und sehen den Rauch aus den Schornsteinen empor strömen.

    Zwei Assassinen, ein Ziel:
    Dieses Mal seid ihr nicht alleine unterwegs, sondern spielt mit Jacob und Evie Frye erstmals ein Geschwisterduo. Klingt erfrischend und ist es in der Tat auch, denn beide sind auf verschiedene Herangehensweisen getrimmt und sorgen so für gelegentliche Abwechslung in den Missionen. Während Jacob eher der harte und direkte Hund ist, nutzt Evie lieber die leise und heimliche Art, um die Gegner zu besiegen.
    Vom Gameplay betrachtet ist es aber egal, wen man gerade spielt, denn die Fähigkeiten des Zwillingspaares unterscheiden sich kaum. Evies Schleichfähigkeiten sind nur marginal besser, während Jacob eher der Mann fürs Grobe ist. Doch umgekehrt kann Jacob auch sehr gut schleichen und Evie wiederum ausgezeichnet kämpfen. Bis auf wenige Ausnahmen steht beiden derselbe Skillbaum zur Verfügung, den man gegen reichlich gewonnene XP-Punkte ausbauen kann. Das ist schade, denn so unterscheiden sich die Missionen nur inhaltlich, nicht aber technisch.


    Missionsablauf nach alter Schule:
    Ganz gleich, ob man gerade Jacobs oder Evies Kampagne spielt, die Missionen laufen ähnlich wie in „Unity“ oder den Teilen davor nach bewährtem Schema ab. Anreisen, Ausspähen der Wachposten und Laufwege mit dem Adlerauge, Zielperson eliminieren. Als feine Highlights gibt’s aber auch Missionen, in denen man den Boss Templer abmurksen soll. Hier werden einem vorab mehrere strategisch wichtige Personen im Missionsgebiet empfohlen. Das können Komplizen sein, die man an Wachen vorbeiführen muss, Informanten die einem wichtige Details verraten, oder Ortskundige die eine Geheimpassage zeigen. Wie bei einem Coup legt man sich schon vorab eine Taktik zurecht, mit der man das Missionsziel erreichen will. Am Ende befördert man die Zielperson mit einem Attentat ins Jenseits.

    Den kennen wir doch:
    Wie in den Vorgängern laufen einem im Spiel wieder allerlei historische Persönlichkeiten über den Weg und versorgen einen so mit Aufträgen und netten Geschichten. In Syndicate lernen Sie unter anderem Charles Dickens, Charles Darwin und Karl Marx kennen. Darüber hinaus gibt’s wie immer unzählige Sammelobjekte, zum Beispiel Bierflaschen verschiedener Brauereien, Illustrationen mit Szenen aus dem Alltag, gepresste Blumen oder die obligatorischen Schatztruhen mit Zaster und nützlichen Materialien.

    Viele kleine Neuerungen:
    Das fängt bereits beim Parkour-System an. Noch nie konnte man sich so gut und flüssig fortbewegen, wie in Syndicate. Das liegt zum einen natürlich am neuen Gadget, dem Greifhaken. Hiermit könnt ihr euch im Stile von Spiderman und Batman an Dächern etc. hochziehen und euch somit viel Zeit beim Erklimmen von hohen Gebäuden sparen.

    Doch auch beim klassischen Klettern und Rennen sind deutliche Verbesserungen zu spüren. Die Steuerung läuft geschmeidiger und „zickt“ nicht mehr so oft rum. Vor allem beim Herunterklettern hat man sich endlich Gedanken gemacht. Wer kennt nicht die Momente, in denen man in alten Teilen versehentlich die falsche Taste gedrückt hat und so in den bitteren Tod stürzte? Diese Tode gehören nun der Vergangenheit an, Ubisoft hat dafür eine neue Technik entwickelt.

    Auch bei den Fortbewegungsmitteln geht Ubisoft neue Wege. Ab sofort kann man mit stylischen Kutschen den einen oder anderen Weg zurücklegen. Zwar wirken die Fahrten damit nicht immer ganz realitätsnah umgesetzt, aber sie erfrischen das Gameplay doch spürbar.

    Doch auch im Aufbau des Spiels hat sich einiges getan. Befindet ihr euch gerade nicht in einer Mission, könnt ihr über das Menü zum Beispiel jederzeit zwischen Jacob und Evie wechseln. Dies hat auch taktische Züge, denn ihr habt für beide zwei unterschiedliche Charakterbäume, mit denen ihr die Fähigkeiten der beiden verbessert. Je nach Mission könnt ihr dann also auch selber überlegen, welcher der beiden besser geeignet wäre.

    Das Level des Charakters steigt bei beiden parallel. Dies ist auch wichtig, denn ihr habt nun wieder ein richtiges Charakterlevel, welches bei den Missionen auch im ungefähren Bereich der Gegner liegen sollte, damit ihr auch eine Chance habt im Kampf. Denn das Kampfsystem ist nämlich nun deutlich intensiver und schneller. Dadurch darf man keinen Gegner mehr unterschätzen und das Blocken und Ausweichen ist wichtiger denn je.

    Alles für die Gang:
    Um nicht immer allein gegen Massen zu kämpfen, baut ihr in Syndicate eure eigene Gang auf, die "Rooks". Mit der Zeit werden sich immer mehr Leute eurer Gang anschließen und mit euch gemeinsam gegen das Böse kämpfen. Deswegen ist es wichtig auch Nebenmissionen zu absolvieren, um immer mehr Anhänger zu gewinnen. Diese haben ebenfalls Verbesserungen, die ihr mit der Zeit erwerben könnt und auch braucht, damit diese auch immer eine Chance haben.


    Für einen langen Spielspaß ist gesorgt:
    Es gibt neben der Hauptgeschichte ausreichend Missionen, so dass man gut und gerne auf 40 Stunden Spielzeit kommen kann, von denen etwa die Hälfte auf die Kampagne ausfällt. Man kann sich Kutschenrennen liefern und sich in illegalen Ringkämpfen versuchen, sein Konto aufzubessern und Erfahrungspunkte einzuheimsen. Das verdiente Geld kann zusammen mit erbeuteten Rohstoffen in neue Ausrüstung investiert werden, die nicht nur visuelle Veränderungen mit sich bringt, sondern auch die Durchschlagskraft, Schleichfähigkeit etc. erhöhen kann.

    Wären da nicht diese Mikrotransaktionen:
    Weniger klasse ist aber die Sache mit den Mikrotransaktionen. Zwar braucht man diese nicht zwangsläufig, aber die Möglichkeit ist da und daher ein Dorn im Auge. Da sich Ubisoft aber zum Glück komplett auf den Story-Modus konzentriert hat und es keinen Online-Modus gibt, bleibt zumindest in dieser Hinsicht kein Ruf nach "Pay 2 Win"!

    Die richtigen Punkte bei der Technik gesetzt:
    Technisch gesehen hat Ubisoft aus den Fehlern gelernt. Wenn es auch nicht an die beeindruckenden Kulissen aus Paris, samt voller Menschenmassen, nicht heran kommt und es im direkten Vergleich sogar etwas trister wirkt. Aber im Endeffekt läuft es flüssiger, wenn auch wie schon gesagt auf einige Details verzichtet werden musste. Einbrüche in der Framerate konnte ich jedenfalls nicht bewusst wahrnehmen und auch die Bugs im Spiel halten sich in Grenzen.

    Perfekt ist natürlich auch Syndicate nicht. So hatte ich beispielsweise mehrmals Gegner, die beim Klettern einfach in der Luft festhingen oder hier und da den ein oder anderen Clippingfehler, zum Neustart einer Mission führte bis jetzt aber definitiv keiner davon. Zum Glück, denn die Ladezeiten von Syndicate sind für die heutige Zeit eine Zumutung. Damit meine ich nicht nur den Start des Spiels selber, sondern leider auch beim Wiederholen von Missionen, nachdem man gestorben ist.


    Soundtechnisch auf gutem Niveau:
    Die Zwischensequenzen sind gut in Szene gesetzt worden und die deutsche Synchronisation ist wirklich auf einem guten Niveau. Da kann man auch mal verzeihen, dass in Sachen Lippensynchronität an vielen Stellen irgendetwas schief gegangen ist. Die Soundeffekte während eines Kampfes wirken auch sehr realitäts nah. Außer die Musik die immer zwischendurch läuft, könnte einen mit der Zeit etwas nerven.

    Übersicht:

    Pro:
    + optisch beeindruckendes London
    + gelungene Vertonung
    + abwechslungsreiche und toll gestaltete Missionen
    + sinnvolle Neuerungen in der Fortbewegung
    + sehr viele Haupt- und Nebenmissionen
    + Dutzende optionale Aktivitäten
    + riesige Spielwelt
    + zwei Hauptcharaktere mit verschiedenen Stärken
    + mehrere Lösungsoptionen bei den Hauptattentaten
    + umfangreiches Crafting-System

    Contra:
    - sieht im Schnitt schlechter aus als der Vorgänger
    - zu lange Ladezeiten
    - Mikrotransaktionen
    - kleine Bugs
    - Kutschenfahrten mit "Rammen per Knopfdruck"
    - schlechte Lippensynchronisation


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    [Angezockt] Assassin's Creed Syndicate

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    Meinung des Autors
    Da kann ich nur Beifall klatschen für Ubisoft, in meinen Augen einer der stärksten Titel der Assassin's Creed-Reihe. Das Umdenken von Ubisoft war genau zur richtigen Zeit. Denn das virtuelle London hat mich jedenfalls mehrmals in seinen Bann gezogen. Syndicate erfindet das Rad natürlich nicht neu, aber es konzentriert sich wieder auf seine Stärken und wartet zudem noch mit sinnvollen Neuerungen und Verbesserungen auf. Den Greifhaken wollen wir nicht mehr missen und auch die Fahrten mit den Kutschen sorgen immer mal wieder für gelungene Abwechslung. Auch den Schritt zurück zum reinen Solopart, ist genau der richtige Schritt. Im Bezug auf die Technik gibt es allerdings Abzüge. Zwar stimmt die Performance jetzt endlich wieder, aber grafisch kann es Unity nicht ganz das Wasser reichen. Insgesamt gesehen, ist Ubisoft mit Assassin’s Creed Syndicate der Schritt zu alter Stärke gelungen und in meinen Augen auch darüber hinaus, ich kann jedem Fan der Reihe das Spiel wärmstens empfehlen und nicht nur denen sondern auch allen Quereinsteigern.Jetzt kommentieren!
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