• [Angezockt] Need for Speed

    Seit dem Jahr 2002 kam jedes Jahr ein neues Need for Speed auf den Markt. Aber als Need for Speed Fan waren die vergangenen Jahre nicht gerade rosig und die Reihe verlor auch immer mehr an ansehen und Fans.
    EA versuchte zwar durchaus der Serie frischen Wind zu verpassen, doch die Ergebnisse konnten einen nicht wirklich überzeugen. Vor allem der erste Ableger für die One, nämlich Rivals, wirkte eher wie ein halbherziges Spiel. Die Kritik der Fans kam aber zum Glück auch bei EA an. Man setzte daher vergangenes Jahr mit einem Titel aus und wollte die Stärken der Serie wieder in ein komplett neues Spiel stecken. Übernommen hat diese Aufgabe schließlich das Entwicklerteam GHOST Games. Ob die Reihe wieder an alter Stärke erlangt, und an die früheren Erfolge anknüpft erfahrt Ihr in unserem Test zu Need for Speed.


    Back to the beginnings, Need for Speed wieder mit Story
    Bereits zu Beginn wird klar, dass Need for Speed wieder mehr in alte Richtungen „lenkt“. Ihr startet nämlich sofort mit einem Story Trailer. JA, Need for Speed verfolgt wieder eine Art Story, die sich durch das komplette Spiel zieht. Allerdings solltet ihr hier keinen Tiefgang oder Ähnliches erwarten. Eher verhält sie sich ziemlich klassisch. Ihr seid „der Neue“ in einer Racing-Crew und erarbeitet euch mit der Zeit den Respekt der anderen Mitglieder und fahrt schließlich gegen die Stars der Szene.
    Die Inszenierung der Story ist dafür umso mehr gelungen. Sämtliche Aufnahmen wurden nämlich von Schauspielern vorgenommen und sorgen so immer wieder für auflockernde Zwischensequenzen, jedoch wirken die Gespräche inhaltlich eher sehr anspruchslos. Erwartet daher nicht zu viel.

    Was hat man sich nur dabei gedacht? Onlinezwang
    An dieser Stelle möchten wir übrigens darauf hinweisen, dass Need for Speed zwingend eine Internetverbindung benötigt. Offline ist der Titel also nicht spielbar! Deshalb ihr müsst zwingenderweise mit den Xbox Live Servern, sowie mit den EA-Servern verbunden sein (was übrigens voraussetzt, dass ihr 14 seid, obwohl das Spiel eine USK-Freigabe ab 12 Jahren bekommen hat), um das Spiel tatsächlich genießen zu können. Und dass das kein Zuckerschlecken ist, merkt man dann spätestens, wenn das erst mal das Internet spinnt, der Router nicht mehr funktioniert oder der Internetanbieter Wartungsarbeiten durchführt. Dann könnt ihr Need for Speed auch im Singleplayer nicht spielen. Wir fragten uns, warum in aller Welt gibt es einen Onlinezwang? Sinnvoll erscheint nur ein trauriger Gedanke: Schaltet EA irgendwann die Server ab, kann man das Spiel endgültig in die Tonne kloppen, denn es wird unbrauchbar. Und das wird spätestens dann der Fall sein, wenn man einen Nachfolger unters Volk bringen will.

    Ventura Bay die Stadt in Need for Speed um die sich alles dreht
    Aufgebaut ist Need for Speed als Open World Spiel. Ihr fahrt also über eine ab Beginn offene Map in der fiktiven Stadt „Ventura Bay“ und steuert die einzelnen Veranstaltungen an. Optional könnt ihr über die Map jedoch auch per Teleport zu den Events. Da man allerdings auch außerhalb der Events jederzeit Punkte für's Fahren sammelt, werden Vielfahrer entsprechend belohnt.
    Die Punktevergaben sind im gesamten Spiel in fünf Arten aufgeteilt: Speed, Style, Schrauber, Crew und Outlaw. Je mehr Punkte, desto höher euer REP-Level. Ihr schaltet dadurch neue Tuningteile und Events frei. Ihr werdet übrigens immer wieder über Handy im Spiel zu den Events eingeladen. Nervig hierbei ist jedoch, dass ihr selbst während einem Rennen Anrufe erhaltet. zwar könnt ihr auch zurückrufen, dennoch nervt das dauerhaft, da man vom Renngeschehen abgelenkt wird.


    Die Story
    Schade ist, dass Need for Speed abgesehen von den Storymissionen nicht viel bietet. Durch diese Missionen ist man in 2-3 Tagen durch gedüst, wenn man es darauf anlegt. Danach bleiben einem nur die paar kleinen Multiplayer-Rennen (oder das Herausfordern, wenn man mal durch die leeren Straßen fährt) oder Sammelobjekte. Aber gerade letztere erscheinen so lieblos und lustlos entworfen, dass man sich fragt, warum sie überhaupt enthalten sind.

    Die gewohnten Events
    Die Events selber unterscheiden sich in Rennen, Zeitrennen, diversen Drift-Events und Verfolgungsjagden mit der Polizei. Letztere sind aber nicht mehr so aufgesetzt wie sonst und lassen sich deutlich leichter meistern, weil die Polizei nie unfair wird und sich leichter abhängen lässt. Bei kleineren Delikten könnt ihr für eine gewisse Zeit per Tastendruck den Strafzettel umgehend begleichen und erspart euch die Verfolgungsjagd durch Ventura Bay.
    Die Events machen auch gewohnt Spaß und sind zeitlich immer in einem guten Rahmen für einen Arcade-Racer. Allerdings hält sich auch hier die Abwechslung in Grenzen und in Sachen Langzeitmotivation könnte dem ein oder anderen hier die Luft nach einer gewissen Zeit ausgehen.
    Schuld daran hat auch die sogenannte „Gummiband-KI“, die so manches Rennen zur Qual machen kann. Egal wie gut und schnell ihr unterwegs seid, ihr habt die KI's immer wieder an euch kleben und jeder kleine Fehler kann am Ende den Sieg kosten.

    Es könnten noch ein paar mehr Autos sein
    Neue Autos gehören jedoch nicht zu den Freischaltungen. Diese stehen von Anfang an zum Kauf bereit und benötigen sonst keine Freischaltbedingungen. Hier hätten wir uns etwas mehr Anreiz gewünscht, indem die Boliden erst ab einem gewissen Level freigeschaltet werden. Insgesamt stehen euch 51 verschiedene Karossen zur Verfügung. Von bekannten Herstellern wie zum Beispiel BMW, Lamborghini, Porsche, Mercedes und Ford findet ihr hier sowohl echte Klassiker als auch die neusten Modelle.
    Ein paar Fahrzeuge mehr hätten es aber durchaus sein dürfen. Aber in eurer Garage habt ihr aber ohnehin nur fünf freie Plätze, sodass hier die Qual der Wahl relativ klein ausfällt.

    Tuning- und Einstellungsmöglichkeiten ohne Ende
    Die größte Stärke in Need for Speed kommt aber wieder im Bereich Tuning und Style zum Vorschein. So kann man Upgrades für Nockenwellen, Ladeluftkühler, Fahrwerk, Differential, Auspuffanlagen, Nitrosystem, Turbolader, Bremsen, Reifen und weiteren Bauteilen durchführen. Dabei stehen manche Verbesserungen erst dann zur Verfügung, wenn man einen gewissen Fahrerlevel erreicht oder bestimmte Missionen absolviert hat. Besonders das Wagensetup überzeugt, das mit seiner Fülle an Einstellungsmöglichkeiten fast schon den Eindruck erweckt, bei diesem Need for Speed könnte es sich um eine waschechte Rennsimulation handeln. Hier lässt sich u.a. der Reifendruck getrennt für die vorderen und hinteren Reifen regeln, der Lenkeinschlag verändern sowie Anpassungen an der Bremsbalance, dem Abtrieb oder Differential vornehmen, und/oder noch viele andere Einstellungsmöglichkeiten durchzuführen.
    Auch optisch habt ihr eine Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten. Zum einen könnt ihr durch Body-Kits und Einzelteile die Form eures Autos bestimmen. Zum anderen dürft ihr in den Farbtopf greifen und zusätzlich Sticker und Decals platzieren. Von Seiten der Personalisierung lässt Need for Speed also kaum Wünsche offen.


    Klasse Optik, aber alles sehr dunkel geraten
    Vor allem grafisch kann Need for Speed zunächst ordentlich Punkte sammeln. Was die Präsentation bei Need for Speed angeht, so kann man eigentlich nicht viel meckern. Das Spiel sieht sehr gut aus. Die Zwischensequenzen sind ein Mix aus Real Live Action (also echten Aufnahmen mit Schauspielern) und computeranimierten Grafiken; der Übergang ist fast nahtlos, dass er nicht auffällt und grandios wirkt.
    Aber auch Ingame hat man sich sichtlich Mühe gegeben. Die Autos blinken durch die Reflexionen der Straßenlampen, die Geschwindigkeit verzerrt den Bildschirm, in Pfützen sieht man die Sirenen der Polizei. Insgesamt viele Details und eine packende Atmosphäre, wenn die Straßen nicht immer so leer wären. Da ihr in Ventura Bay ausschließlich bei Nacht fahrt und in kürzeren Phasen auch während der Dämmerung, haben die Entwickler mithilfe der Frostbite Engine die Spiegelungen des Lichts nahezu perfekt berechnet. Einen großen Beitrag dazu liefert auch der permanente „Wet-Look“. Zu 80% des Spiels regnet es oder aber die Straßen sind davon noch gezeichnet. Optisch sieht das wirklich immer wieder beeindruckend aus. Doch das hat wiederum alles einen faden Beigeschmack, denn die Abwechslung fehlt einfach.

    Soundtechnisch auf hohem Niveau
    Klanglich hat man ebenfalls viel gemacht. Die Autos klingen fantastisch (die schnurrenden Motoren und die quietschenden Reifen beim Driften sind ein Muss) und die Musik ist gut ausgewählt (viel Drum’n’Bass und Clubmusik, ebenfalls passend zur Underground-Stimmung). Selbst die deutsche Synchronisation wurde ganz gut getroffen.


    Überblick:

    Pro:
    + schicke Stadtkulisse bei Nacht und Regen (gute Lichteffekte)
    + detaillierte Fahrzeuge
    + gut gemachte Zwischensequenzen
    + lizenzierte Fahrzeuge
    + Sound
    + Arcadelastiges Gameplay mit Drifts und Boosts
    + zahlreiche optische Anpassungen bei den Fahrzeugen möglich
    + einstellbares Setup mit spürbaren Auswirkungen
    + insgesamt viel Tuning möglich
    + praktische Karte
    + frei befahrbare Stadt

    Kontra:
    - Onlinezwang
    - leere, kleine und schnell langweilige Spielwelt
    - kleiner Fuhrpark
    - flache Story
    - Gummiband KI
    - keine Cockpitansicht
    - fehlende Lenkradunterstützung
    - ständige, extrem nervige Handy- Belästigung
    - kein Splitscreen
    - Online-Fahrer können die Soloevents negativ beeinflussen
    - wenig Abwechslung bei den Events
    - Kein lokaler Multiplayer
    - schwache Polizei
    - keine Langzeit Motivation


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    [Angezockt] Need for Speed

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    Meinung des Autors
    Ganz weit ausgeholt, aber knapp daneben getroffen. Der Hype um den Neuanfang von Need for Speed war enorm. Vermutlich etwas zu enorm, denn die hohen Erwartungen kann der Titel einfach nicht erfüllen. Zwar sieht das Geschehen im virtuellen „Ventura Bay“ mehr als ordentlich aus und punktet mit fantastischen Lichteffekten sowie tollen Fahrzeugmodellen. Aber dies wird wiederum etwas getrübt durch die Tatsache, dass in der Stadt einfach wenig los ist und das Spiel fast durchgehend dunkel gestaltet ist. Zusammen mit der oft nervigen „Gummiband-KI“ wird dem ein oder anderen sicher die Lust schnell vergehen. Auch der Onlinezwang wird nicht bei jedem für Freude sorgen. Gameplaymäßig hat man soweit vieles richtig gemacht, aber es fehlt einfach das Drumherum. Aber wen die Kritikpunkte eher kalt lassen, der bekommt mit Need for Speed einen soliden Open World Racer mit unzähligen Tuning- und Setup-Möglichkeiten. Zum Abschluss soll noch gesagt sein, dass der Ableger dennoch langsam wieder Richtung Underground geht, wobei man hier auf keinen Fall ein Underground 3 erwarten sollte.Jetzt kommentieren!
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